Was ist Paintball??

Paintball Uffenheim zum „Thema Was ist Paintball“?

Paintball ist ein taktischer Mannschaftssport, bei dem sich Spieler mittels Markierern mit Farbkugeln versuchen sich gegenseitig zu makieren. Der getroffene und damit markierte Spieler muss das Spielfeld in der Regel verlassen.

Der Paintball – meist nur kurz „Paint“ genannt – bezeichnet die verwendeten Farbkugeln, die normalerweise aus einer Gelatinehülle bestehen und früher mit einer Mischung aus Kartoffelstärke, Pflanzenöl und Lebensmittelfarbe gefüllt waren, heute jedoch meist mit gefärbtem Polyethylenglycol gefüllt werden. Sie gab dem Sport seinen Namen. Die Paint ist umweltfreundlich und wird im Freien innerhalb von zwei Wochen biologisch rückstandsfrei abgebaut.

Der Markierer ist eine Druckluftwaffe, die in der Regel eine Druckluftflasche nutzt, um die Paint zu verschießen.

Geschichte

Die Wurzeln des Paintball liegen bereits im Jahr 1940 in den USA, als die Nelson Paint Company von Charles und Evan Nelson gegründet wurde. Die Firma hatte einige Patente, um Bäume aus der Ferne mit Sprühpistolen zu kennzeichnen. Auf Anforderung des United States Forest Service, Bäume sicher aus größerer Entfernung zu markieren, wurde 1960 von Charles Nelson der Paintball in seiner Urform entwickelt. Er benutzte dafür Gelatinekapseln für Pferde, die er mit Farbe füllte. Auch für das Markieren von Rindern wurden diese Farbkugeln verwendet.

Nelson Paint beauftragte die Firma Crosman mit der Entwicklung einer geeigneten Pistole für das Verschießen der Farbkapseln. So kam nach vier Jahren Entwicklungszeit im Jahr 1965 die Crosman 707 auf den Markt, die auf der Crosman 150 basierte. Sie verkaufte sich allerdings so schlecht und belastete den Hersteller finanziell so stark, dass sich Crosman nach rund drei Jahren wieder zurückzog.

Nach dem Ausstieg von Crosman unterschrieb die Nelson Paint Company 1972 mit Druckluftwaffenhersteller Daisy Manufacturing Company (heute Daisy Outdoor Products) einen Vertrag über die Entwicklung eines vollkommen neuen Markierers für die Farbkapseln. So entstand unter Federführung von James Hale die Daisy Splotchmarker, die von Nelson unter dem Namen Nel-Spot 707 vermarktet wurde. Mit der Nel-Spot 707 wurde im Jahr 1981 dann das erste Paintballspiel ausgetragen.

Der Wallstreet-Händler Hayes Noel und der Autor Charles Gaines diskutierten in einer Bierlaune Mitte der 1970er-Jahre über ein Verfolgungsspiel in der Wildnis, welches sie mit Freunden spielen wollten. Es ging darum herauszufinden, wer in der Wildnis besser überleben könnte und ob Instinkt oder erlerntes Wissen entscheidend wäre. Ein Freund der beiden, George Butler, sah dann die Nel-Spot 707 in einem Farmerkatalog. Bob Gurnsey und Hayes Noel schrieben die Regeln für das Spiel fest. Es dauerte weitere vier Jahre, bis sie ihre Spielidee in die Tat umsetzten. Im Mai 1981 kauften sie einen Markierer und testeten ihn an Charles Gaines Sohn Shelby. Das erste Paintballspiel überhaupt fand am 27. Juni 1981 in Henniker (New Hampshire) statt. Es handelte sich dabei um eine Capture-the-Flag-Variante bei der zwölf Teilnehmer gegeneinander antraten. Das zweite – und damit das erste kommerzielle – Paintballspiel wurde im Oktober 1981 in Alabama abgehalten.

Nach der Veröffentlichung in Magazinen wie Sports Illustrated und Time stand der Weg der weiteren Vermarktung offen. Mit Unterstützung durch Gaines und Hayes begann Bob Gurnsey ein Starter-Kit, welches eine Nel-Spot-Pistole, Paintballs, Kompass, Schutzbrille und ein Regelbuch enthielt, zu verkaufen. Von da an wurde Paintball als National Survival Game (NSG) oder The Survival Game vermarktet und von Bob Guernsey im März 1982 das erste kommerzielle Paintballfeld eröffnet. Im April 1982 eröffnete das erste Franchise-Feld in Oklahoma und PMI (Pursuit Marketing Inc.) wurde von Jeff Perlmutter und David Freeman gegründet. Mit der Gründung von PMI – Perlmutter und Freeman konnten sich nicht mit der NSG auf eine Lizenzierung einigen – folgte ein weiterer Schritt zur Vermarktung und Kommerzialisierung: PMI als Dachorganisation baute Paintballfelder auf und versorgte die Betreiber mit der notwendigen Ausrüstung. Der erste Markierer wurde als PMI-1 von der Benjamin Sheridan Air Rifle Company gebaut.

Im Juni 1983 wurde von Lionel Atwill, einem der zwölf Spieler des ersten Spiels, die erste Publikation zum Sport – das „The Official Survival Game Manual“ – veröffentlicht.

Mit der Patentierung der ölfreien Paint (U.S. Patent 4.634.606) am 6. Januar 1987 wurde es nicht mehr notwendig, die Farbflecken mit Terpentinöl auszuwaschen. Die Farbe wurde von George A. Skogg von Nelson Paint erfunden.

Begrifflichkeit und Entwicklung zum Sport

International ist der gebräuchliche Übergriff für sämtliche Formen des 1981 in den USA entstandenen Spiels „Paintball“. In Deutschland wird teilweise – meist von Nichtspielern – der Begriff „Gotcha“ verwendet. Gotcha ist ein amerikanischer Slangausdruck und steht für „I got you!“ (Ich hab dich!) und wurde durch einen Film der 1980er-Jahre bekannt.

Während Turniere schon kurz nach der Entstehung von Paintball abgehalten wurden, gab es erst 1992–93 mit der Gründung der National Professional Paintball League (NPPL) deutlichen Fortschritt dahingehend, dass sich Paintball als Sport etabliert. Mit den ersten Fernsehübertragungen von Paintballturnieren durch ESPN 1993 und den ersten Paintball-Weltmeisterschaften 1996 etablierte sich der Sport und war einem breiteren Publikum zugänglich.

Heute teilen sich die Paintballspieler landläufig in „Fun-Spieler“ („Rec-Playern“, von „Rec“ wie Recreational) und „Turnier-Spieler“ („Tournament-Playern“). Während Turnier-Spieler fast ausschließlich auf SupAir-Feldern spielen, sind die Fun-Spieler oft auf Waldspielfeldern zu finden.

Abhängig vom Veranstalter der Liga oder vom Betreiber des Spielfeldes wird bezüglich des Erwerbs der Paint zwischen BYO und FPO unterschieden. BYO (englisch Bring your Own, etwa „Bring deine eigene [Paint mit]“) lässt dem Spieler die Freiheit zu entscheiden, wo und welche Paint er kauft, während bei FPO (englisch Field Paint Only) die Paint vom Veranstalter oder Betreiber des Feldes gekauft werden muss.

Spielarten

SupAir-Spieler beim Breakout (Startsignal)

Es gibt zahlreiche Spielvarianten im Paintball, die aber alle mit den gleichen Grundregeln gespielt werden. Üblicherweise unterscheidet man Recreational-Paintball mit der Hauptvariante Woodland und das eigentliche Turnierpaintball als Speedball.

Speedball

Speedball ist ein Überbegriff für Paintballspiele, die sich auf relativ kleinen, übersichtlichen und ebenen Feldern abspielen. Speedball ist eine Spielart mit meistens künstlichen Deckungen. Das Spiel wird durch die kurzen Entfernungen und die für beide Parteien meist symmetrisch angeordneten Deckungen sehr schnell gespielt. Bestehen die Deckungen aus aufblasbaren geometrischen Figuren wie Zylindern, Kegeln und Kästen, spricht man von SupAir. Die überwiegende Zahl der Turniere wird auf solchen Feldern gespielt. Im Gegensatz zu Woodlandspielfeldern ist es auch für Zuschauer möglich, einen guten Blick über Feld und Spielgeschehen zu erhalten.

X-Ball

X-Ball stellt eine jüngere Form des Paintballsports dar, für die das klassische SupAir-Format mediengerecht aufbereitet wurde. Die Mannschaften spielen im beispielsweise Fünf-Mann-Format rundenbasierend gegeneinander um Punkte – immer zwei Mannschaften gegeneinander auf Zeit. Je einen Punkt gibt es für das „Reißen“ und „Hängen“ der Flagge oder das Betätigen eines Buzzers. Das Spiel wird hier nach dem Hängen der Flagge nicht beendet, sondern für zwei Minuten unterbrochen, in denen die Spieler Anweisungen des Trainers bekommen, ausgewechselt werden und sich auf die nächste Spielrunde vorbereiten können. Danach startet die nächste Spielrunde von vorne.

Das Spiel ist dadurch wesentlich schneller geworden und die Mannschaften spielen risikofreudiger, da der Verlust einer Fahne nicht die Niederlage für das Spiel bedeutet. Ebenso ist die Größe der Mannschaften gewachsen. Durch die Verlängerung der Spielzeit und Erhöhung der Spielgeschwindigkeit gibt es meist mehrere „Lines“, die ähnlich wie beim Eishockey auf das Feld gehen. Die Mannschaft in der Pitbox ist zwischen 5 und 12 Mann stark.

Recreational Paintball

Recreational Paintball (Abk. RecBall, deutsch Freizeit-Paintball) ist der Überbegriff für jedes Paintball-Spiel, bei dem nicht im regulären Liga- oder Turnierbetrieb gespielt wird. RecBall umfasst viele verschiedene Spielarten. So gehören zum Beispiel auch Big Games und Scenario Games zur Kategorie RecBall. Es gibt viele Varianten von RecBall-Spielfeldern. So wird sowohl im Wald, als auch auf speziell angelegten Feldern oder in Hallen gespielt. Der Spielspaß, und weniger die Wettbewerbssituation, steht im Vordergrund.

Woodland und Szenario

Das klassische Woodlandspielfeld befindet sich im Wald und enthält keine oder nur sehr wenige künstliche Deckungen. Die Bezeichnung Woodland wird auch als Überbegriff für alle Spielarten verwendet, die auf unebenem oder unübersichtlichem Terrain beziehungsweise außerhalb von Turnierfeldern gespielt werden. Spielfelder dieser Art sind die ursprünglichen Spielfelder, die im Paintball Verwendung fanden. In Deutschland sind solche Felder schwierig zu finden, da die rechtlichen Bestimmungen eine legale Eröffnung erschweren. Woodland ist nicht zu verwechseln mit illegalem Spielen im Wald.

Diese Spiele können „szenische“ oder Themenhintergründe haben, wobei die Themen von Film- und Buchvorlagen bis zu geschichtlichen Vorlagen reichen. Hier dienen die Themen allerdings nur als „Umgebung“, auf der das Szenario aufgebaut wird. Des Weiteren kommen taktische Aspekte zum Tragen, wobei hier die Vorbilder teilweise bei Polizei oder Armee zu suchen sind. Erstes Ziel ist das Erfüllen der Aufgabe, dabei kann es passieren, dass am Ende nicht ein Schuss abgegeben wurde. Zusätzlich kann dazu auch die Ausrüstung dieser Spielart angepasst und die Menge der Munition begrenzt werden.

Big Games

Eine Besonderheit der Szenariospiele sind Big Games, bei denen außergewöhnlich viele Spieler aufeinander treffen. Der Weltrekord liegt bei mehr als 4320 Spielern bei einer einzigen Veranstaltung.

Im europäischen Raum ist das North vs. South mit über 1800 Teilnehmern und einer bespielbaren Fläche von mehr als 200 Hektar die größte Veranstaltung. Es findet jährlich auf einem aktiven Trainingsgelände der British Army in England statt.

Bekannt in Europa ist auch das Veckring Big Game, welches dreimal jährlich in Frankreich ausgerichtet wird. Das EuroBigGame (EBG) wird jährlich in der Nähe von Mahlwinkel (Deutschland) auf einem etwa 55 Hektar großen Teil eines ehemaligen Militärstützpunktes der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland ausgetragen das überwiegend zurückgebaut und renaturiert wurde. Es zählt im Schnitt 1500 Spieler.

Durch die große Teilnehmerzahl und die damit einhergehenden Einnahmen ist es derartigen Veranstaltungen möglich, besondere Erlebnisse zu bieten, die im normalen Paintballspiel nicht zu finden sind. Hierzu zählen beispielsweise speziell umgerüstete Fahrzeuge oder auch alte Panzer, um das Spiel zu unterstützen, oder der massive Einsatz von Pyrotechnik. Auch werden teilweise exotische Orte, zum Beispiel ein aktiver Freizeitpark oder eine mittelalterliche Fort-Anlage für einige Tage als Paintballspielfelder zur Verfügung gestellt.

Spielvarianten

Capture the Flag

Bei Capture the Flag spielen zwei gleich große Mannschaften gegeneinander. Gespielt werden kann sowohl auf einem SupAir- oder Woodland-Feld. Jede Gruppe startet von einem eigenen Startpunkt. Dort ist auch die eigene Flagge gut sichtbar angebracht. Ziel ist es nun, die gegnerische Flagge zu stehlen und sie zum eigenen Startpunkt zu bringen. Es ist die meist verbreitete Spielvariante und gängig auf nationalen und internationalen Turnieren. Die Spielvariante Center Flag wird dagegen meistens beim schnelleren X-Ball verwendet. Hier kämpfen die Teams gemeinsam um eine Flagge, die in der Spielfeldmitte angebracht wird. Alle anderen Spielvarianten spielen im Turniersport eine untergeordnete Rolle und werden meistens von Hobbyspielern praktiziert.

Hit the Base

Bei Hit the Base spielen zwei gleich große Mannschaften gegeneinander. Gespielt wird auf einem SupAir-Feld. Jede Gruppe startet von ihrem Startpunkt („Base“) mit dem Ziel, die gegnerische Base zu erreichen und dort einen Buzzer zu drücken oder die Base anzuschlagen. Vorteil im Turniersport ist die Eindeutigkeit des Berührens des Buzzers.

Paintballausrüstung

Die Ausrüstung eines Paintballspielers kann viele Teile umfassen. Die Sicherheit aller Spieler und Schiedsrichter auf einem Spielfeld steht dabei an oberster Stelle. Ohne eine Paintballmaske oder zumindest einer zugelassenen Schutzbrille darf niemand das Feld betreten oder sich auf diesem aufhalten. Des Weiteren gehört zur Ausrüstung der Markierer mit seinen Zubehörteilen. Alle weiteren Ausrüstungsgegenstände sind optional und entsprechend dem Spiel, der Umgebung und den Vorlieben des Spielers angepasst.
Markierer und Zubehör
Technische Varianten

Hier unterscheidet man zwei Klassen:

Pump-Action-Markierer, bei denen für jeden Schuss der Markierer repetiert werden muss.
Semiautomaten, die bei jedem Abdrücken einen Schuss auslösen und automatisch den nächsten Paintball nachladen. Innerhalb der Semiautomaten werden Markierer, die einen elektronischen Abzug besitzen, als ePneumaten bezeichnet. Diese Bezeichnung ist manchmal irreführend, weil traditionellerweise nur Markierer als ePneumaten bezeichnet werden, bei denen der gesamte Schussablauf elektronisch gesteuert wird. Günstigere Markierer, bei denen der mechanische Abzug durch eine elektromagnetische Vorrichtung ersetzt wurde, werden oft ebenfalls als ePneumaten bezeichnet.

Elektropneumatischer Markierer der Firma Dye, Modell M2 mit Hopper

Die Schussrate der Markierer kann theoretisch über 28 Bälle pro Sekunde betragen, wird aber durch technische Vorrichtungen und Regeln im Turniersport beschränkt. Der hauptsächlich begrenzende Faktor bei der Schussrate besteht darin, dass nicht schnell genug Paintballs in den Schusskanal eingeführt werden können. Ursache dafür ist die mangelnde Festigkeit der Farbbälle. Diese zerplatzen, wenn sie leicht gedrückt werden und verschmutzen dann den Schusskanal, was zu weiteren Platzern führt (Kettenreaktion), welche das Schussbild nahezu unberechenbar machen.

Das Markieren erfolgt mittels einer Farbkugel („Paintball“), wobei das Kaliber mit .68 (17,3 mm) das in Europa am meisten verwendete ist. Neben diesem Kaliber wird, vor allem in den USA, auch mit folgenden weiteren Kalibern gespielt: .43 .50 .55 und .62. Die Farbkugeln bestehen aus einer Gelatinehülle, die mit Lebensmittelfarbe gefüllt ist. Trifft der Ball auf ein Hindernis, so platzt dieser auf und hinterlässt einen farbigen Klecks. Rote Farbe ist in der Paintballszene verpönt, wenn auch nicht verboten. Nahezu alle deutschen Dachorganisationen von Wettbewerbsveranstaltungen untersagen allerdings die Benutzung roter Farbe. Hauptgrund ist die Verwechslungsgefahr mit Blut unter dem sicherheitstechnischen Aspekt der unzweifelhaften Feststellung einer vorliegenden Verletzung. Ein weiterer Grund ist selbstverständlich auch die martialische Erscheinung von „Kunstblut“, die dem angestrebten Image als gemeinschaftsförderndem Freizeitsport entgegensteht.

Paintball-Markierer fallen in Deutschland unter das Waffengesetz. Sie dürfen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr, wie Luftgewehre oder Schreckschusswaffen, frei erworben werden. Informationen über den korrekten und sicheren Umgang mit Markierern erfolgen in der Regel durch Beilagenhinweise.[2]
Spezielle Arten von Markierern

So genannte Real-Action-Markierer entsprechen in ihrem Aussehen einer echten Waffe. Sie besitzen oft Magazine in denen die Paintballs gelagert werden. Diese Art Markierer wird oft von Hobbyspielern genutzt. Früher wurden sie häufig nur im Kal. 43 gespielt, da für größere Kugeln in einer als echt nachempfundenen Waffe der Platz fehlt; heute ist auch hier das Kaliber .68 geläufig. Real-Action-Markierer werden von Teilen der Paintball-Szene kritisiert, da sie nicht im Sinne des eigentlichen Mannschafts- beziehungsweise Turniersports seien. Wie auch die Verwendung roter Farbe (siehe oben), stehen Markierer, die wie echte Waffen aussehen, dem angestrebten Image des Sports entgegen.
Hochdruck-Pressluftflasche

Die Hochdruck-Pressluftflasche (kurz HP-Flasche, von engl. High Pressure), speichert die benötigte Druckluft zum Beschleunigen der Paintballs. Die üblichen Druckhöhen sind 200 Bar und 300 Bar mit Volumina von 0,8 bis 1,5 Litern. Um die Druckluft nutzen zu können, wird mit Hilfe eines Hochdruck-Regulators ein Arbeitsdruck von 30 bis 60 bar erzeugt. Der Regulator ist dabei an der Spitze der Flasche eingeschraubt. Die Flasche besteht entweder aus Aluminium oder aus einer Kombination von Aluminiumkern und umwickeltem Kunststoffgewebe, um Gewicht zu sparen. Die Flaschen unterliegen strengen Sicherheitskontrollen und müssen in der Regel alle fünf Jahre durch eine benannte Stelle überprüft werden.

HP-Flaschen haben sich mittlerweile gegen die früher weit verbreiteten CO2-Flaschen durchgesetzt, da im Gegensatz zu CO2 der Hochdruck nicht von der Temperatur abhängt und auf lange Sicht ein Hochdruck-System auch kosteneffizienter ist. Des Weiteren werden die Dichtungen (sogenannte O-Ringe) durch das kalte CO2 innerhalb des Markierers spröde, weshalb diese öfter gewechselt werden müssen.

Hopper

Hopper (auch Ammo-Box oder Kugelbehälter)

Als „Hopper“ (engl. für Zuführbehälter) oder auch Loader wird der Munitionsbehälter bezeichnet, der sich meistens oberhalb des Markierers befindet.

Es existieren

Schüttelhopper, die die Kugelzufuhr rein durch die Erdanziehungskraft gewährleisten bzw. durch Schütteln die Paintballs zum Nachrollen bringen und
elektrische Hopper, die durch einen internen, elektrisch angetriebenen Quirl die Paintballs in Bewegung halten und ein Verstopfen verhindern.
Eine Sonderversion der Hopper sind die so genannten „Forcefeeder“, bei denen die Munitionszufuhr nicht über die Schwerkraft erfolgt, sondern die Paintballs mit Kraft („Force“) in den Markierer gedrückt werden, um so sehr hohe Schusskadenzen zu erreichen. So werden 50 und mehr Balls per Second (Bälle pro Sekunde, Bps) möglich. Diese Variante ist meistens elektrisch, es gibt aber auch mechanische Varianten, bei denen eine Feder (wie bei einer Uhr) aufgezogen werden muss (Q-Loader).[3]

Schutzausrüstung
Schutzmaske

Die abgebildete Maske ist doppelt verglast (Thermalmaske) und der Kieferbereich ist aus weichem Gummi.

Die Bewegungsenergie von Paintball-Kugeln ist ausreichend, um den Spielern gefährliche Verletzungen im Gesicht und insbesondere im Bereich der Augen zuzufügen. Daher ist das Tragen einer Schutzmaske auf dem Spielfeld vorgeschrieben. Das verwendete Sicherheitsglas (meistens Polycarbonate) des Sichtfensters ist so beschaffen, dass es der Bewegungsenergie der Paintkugeln widersteht. Die Masken variieren dabei in Form und Farbe, decken jedoch immer den Bereich um Augen, Nase und Mund ab. Fast alle schützen, wenigstens teilweise, auch die Ohren. Das Sichtglas kann ausgewechselt und durch Rauchglas, den Kontrast verstärkendes gelbes Glas oder verspiegeltes Glas ersetzt werden.
Laufsocke

Ein Barrel Sock (deutsch: Laufsocke) wird über den Lauf gestülpt und hat den Zweck, ein unbeabsichtigtes Auslösen eines Schusses abzufangen. So platzt die Paintball-Kugel in der Laufsocke. Von allen offiziellen Spielfeldbetreibern wird verlangt, außerhalb des eigentlichen Spielfeldes eine Laufsocke zu verwenden. Seltener verwendet man einen Barrel Plug (deutsch: Laufstopfen). Diese werden immer seltener auf Spielfeldern akzeptiert, da sie sich nach einem oder zwei Schüssen lösen können. Laufsocken sind sicherer und werden daher bevorzugt. Mit dieser Sicherheitsausrüstung ist es für andere Spieler, Zuschauer oder Platzpersonal leicht zu erkennen, ob ein Markierer gesichert ist oder nicht. Außerhalb eines Spielfeldes ist es sehr häufig Pflicht, Markierer mit Laufsocken zu sichern, unabhängig von seiner tatsächlichen Spielbarkeit.
Weitere Schutzausrüstung

Neben der Schutzmaske werden beim Paintball-Sport häufig weitere Ausrüstungsteile getragen, die helfen sollen, Blutergüsse zu verhindern oder zu minimieren. Neoprenbinden oder einfache Schals finden Anwendung als Hals- oder Kehlkopfschutz. Neben einem Genitalschutz werden oft Knie- und Ellenbogenprotektoren getragen, die besonders bei SupAir-Spielern auf harten Böden bevorzugt eingesetzt werden, um Hechtsprünge (genannt „Superman“) oder das Rutschen hinter Deckungen hinweg abzudämpfen. Auch Handschuhe werden von vielen Spielern getragen, da die Hände, vor allem die Finger, sehr empfindlich sind. Außerdem gibt es spezielle Hosen und Trikots mit eingenähten Polsterungen. Sie erhöhen die Chance auf abprallende Paintball-Kugeln und schützen, je nach Spielfeld vor ruppiger Vegetation. Sie bestehen an vielen Stellen aus besonders atmungsaktivem Stoff, werden meist weit geschnitten und verfügen oft über extra Taschen für kleinere Werkzeuge und Laufreiniger.

Ligen und Turnierserien

Der Paintballsport verbreitet sich stetig. In Deutschland gibt es die DPL und die XSeries. Als Internationale Turnierserien in Deutschland und Europa sind die Millennium Series und die CPS maßgeblich.

Deutsche Paintball Liga

Die Deutsche Paintball Liga (DPL) als deutsche Paintball-Sport-Liga ist strukturiert in 1. Bundesliga, 2. und 3. Bundesliga sowie Regional-, Ober-, Verbands-, Landes- und Bezirksligen. Seit 2014 ist eine Oberliga neu zwischen der Verbandsliga und der Regionalliga dazu gekommen. Gespielt wird im 5-Mann-Format (Bezirksliga 3 Mann) auf Feldern mit Sub-Air-Deckungen der Millennium Series. Es sind immer mindestens 6 Schiedsrichter, sogenannte Referees auf dem Platz, in den höheren Klassen 8 bis 10 Referees. Es gibt gesonderte Schiedsrichterschulungen und Fortbildungen um den hohen Standard des Reffings in der größten organisierten Paintball Liga der Welt zu halten.

Die Spieltage der ersten und zweiten Bundesliga werden komplett durch das Team von Radical Entertainment per Livestream im Internet übertragen und von einer Kommentatorencrew inklusive Gastredner aus den einzelnen Teams kommentiert. Die Spieltage der dritten Bundesliga Nord/Ost teilweise sowie andere Spielklassen die in Garzau gespielt werden, werden auch als Livestream übertragen und kommentiert.

XSeries

Seit 2014 wird in Deutschland auch im aus der amerikanischen PSP bekannten Format, mit entsprechenden Deckungen und Regelwerk in der Turnierserie XSeries gespielt. Die XSeries ist in die Leistungsklassen X3 Amateur (Anfänger: 3 Mann), X5 Amateur (Anfänger: 5 Mann), X5 Challenger (Fortgeschrittene: 5 Mann) sowie X5 Pro (höchste Klasse: 5 Mann) untergliedert.

Hauptziel der XSeries ist es, eine Liga „Von Spielern für Spieler“ zu sein. Hierzu wird auf günstige Preise und BYO in allen Ligen gesetzt und ein freundschaftlicheres Verhältnis zwischen Organisatoren und Spielern gesucht.

Millennium Series

Die Millennium Series ist eine europäische Turnierserie, die seit 2013 in Puget Sur Argens (Frankreich) Mediterranean Cup, Bitburg (Deutschland) European Masters, London-Basildon (Großbritannien) Campaign Cup, und Paris-Chantilly (Frankreich) World Cup stattfindet. Frühere Standorte waren beispielsweise St, Tropez, Paris Longchamp, Malaga, Antalya, Charleroi, Madrid, Marseille, Toulouse oder der Nürburgring. Ausgetragen werden die Turniere stets an einem Wochenende auf drei oder vier eigens für das Turnier angelegten Spielfeldern. Erster Spieltag ist der Freitag, Finalspiele finden am Sonntag (dem sogenannten Sundaysclub) statt. Neben den Spielen der einzelnen Mannschaften werden auch kleinere Nebenturniere ausgetragen, zum Beispiel der Nations Cup, der Womans Cup, der U18 Cup, der Ü40 Cup sowie ein „One-on-One-Turnier“ bei dem einzelne Spieler gegeneinander antreten.

Das komplette Spielgeschehen wird per Livestream im Internet übertragen und von einer Kommentatorencrew in englischer Sprache inklusive Gäste der einzelnen Teams kommentiert.

Charakteristisch für die Millennium Series ist das sogenannte Millennium M, eine große M-Förmige Sub-Air-Deckung, die meist in der Mitte des Spielfeldes, längs oder quer, aufgebaut ist und eine große Zahl an Spielvarianten möglich macht. Für die Millennium Series wird jedes Jahr ein Upgradekit für die bestehenden Deckungen herausgebracht, um die Anforderungen in jedem Jahr zu verändern und immer wieder unterschiedliche Layouts der Deckungen und damit des Spielfeldes stellen zu können. Im Jahr 2012 waren dies beispielsweise vier dünnere Snake-Rollen sowie ebenfalls vier L-förmige Deckungen, die sogenannten Snake-Elbows. 2013 kamen ein paar „Ausleger“ für des Millennium M hinzu, um dessen Vielfalt noch zu erhöhen. Im Jahr 2014 wurden zwei große runde Deckungen, die sogenannten Medusen, hinzugefügt, in 2015 kamen kleine spitze Pylonen, die sogenannten Cones hinzu.

CPS

Die Champions Paintball Series, kurz CPS, ist eine Europäische Turnierserie die an verschiedenen Standorten, zum Beispiel in Italien oder Frankreich ausgetragen wird. Gespielt wird auf Layouts der amerikanischen PSP sowie nach deren Regelwerk unterteilt in verschiedene Spielklassen.

PSP

In den USA wird Paintball hauptsächlich in der überregionalen Turnierserie PSP (Professional Paintball League) (Dallas Open, Mid Atlantic Open, Chicago Open, West Coast Open, World Cup Florida) sowie in zwölf regionalen PSP-Ligen ausgeführt. Gespielt wird hier hauptsächlich auf Naturrasen, anders als beispielsweise in Europa, wo größtenteils Kunstrasen („Turf“) verlegt ist, um auch nach mehreren Spieltagen noch ein gleichbleibendes Feld zu garantieren.

In den Vereinigten Staaten werden Paintball-Turniere seit Ende der 1990er-Jahre im Fernsehen ausgestrahlt.

Rechtliche Situation

Deutschland

Paintball wird auf speziellen Spielfeldern betrieben, die befriedet und so beschaffen sein müssen, dass kein Paintball nach außen dringen kann. Für gewöhnlich wird dies durch Fangnetze oder Palisaden erreicht. Das Führen von Markierern in der Öffentlichkeit und damit beispielsweise auch das Spielen im öffentlichen Wald verstößt gegen das Waffengesetz. Markierer dürfen beim Transport weder zugriffs- noch schussbereit sein. Dies ist insbesondere dann erfüllt, wenn sie ungeladen sind und sich in einem abgeschlossenen Behältnis befinden.

Als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden wurde Anfang Mai 2009 seitens der regierenden Koalition ein Verbot von Paintball geplant, das jedoch nach Protesten und mit Verweis auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen bis auf weiteres wieder aufgegeben wurde. Zwar wird ein Verstoß gegen die Menschenwürde von der Rechtsprechung – anders als beim Laserdrome – verneint, jedoch wurde die moralische Verwerflichkeit dabei offengelassen. Das Finanzgericht Neustadt urteilte am 5. Mai 2014, Paintball sei mit der Werteordnung unserer Gesellschaft nicht ansatzweise in Einklang zu bringen. Anders als beim Sportschießen werde dabei der Bewegungs- und Wettbewerbsaspekt in gemeinnützigkeitsschädlicher Weise von dem Aspekt der simulierten Tötung oder Verletzung von Menschen überlagert.

Spieler

Paintball versteht sich als Teamsport. Gefordert sind vor allem Teamwork und taktisches Geschick. Mit dem Wachsen des Sports und des Spielablaufes sind immer mehr Athletik und körperliche Fitness gefordert. Von einigen amerikanischen und englischen Firmen wird es sogar zur Mitarbeiterschulung eingesetzt. Aber auch in Deutschland werden die Hallen und Felder immer öfter von Firmen- und Freizeitgruppen gebucht.

Gerade das Woodlandspiel mit Tarnkleidung wird in Deutschland auch von Spielern skeptisch aufgenommen und oftmals mit Wehrsport und Kriegsverherrlichung in Verbindung gebracht. Anhänger der Spielart weisen diese Analogie jedoch vehement von sich und betonen den Teamaspekt des Spiels. Auf einigen Spielanlagen in Deutschland ist – anders als etwa in den USA – außerdem das Tragen von Tarnkleidung und das Benutzen von Replika-Markierern nicht erlaubt.

Um dies zu unterstreichen, wurde im Jahr 2000 von der Erziehungswissenschaftlerin Linda Steinmetz eine „Gutachterliche Stellungnahme zur Gewaltaffinität der Mitglieder der (deutschen) Paintball-/Gotcha-Szene“ erstellt, woraus hervorgeht, dass „Paintballer […] in ihren Alltagszusammenhängen keineswegs aggressiv [sind]. Dieses betrifft ebenso den Kneipenbesuch oder Einkäufe wie das Verhalten nach Verlassen des Spielfeldes bei einem Turnier. Die Fähigkeit des Thrillerlebens scheint nicht inflationär geworden zu sein. Die Gruppen- bzw. Szenemitglieder sehen keine Abnutzung oder Gewöhnung im ‚Reizkonsum‘, die stärkere oder gar ‚realere‘ Erlebnisse abverlangen.“

In der Entscheidung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts vom 18. Februar 2010 wurde festgestellt: „Gemessen am Realitätsgrad mancher Computerspiele, […] wirkt Paintball/Reball geradezu harmlos. Dass die Teilnehmer, die – wie andere Mitbürger auch – wesentlich plastischeren Gewaltdarstellungen in Fernsehen, Kino und Internet ausgesetzt sind, gerade durch dieses Spiel zu einer Einstellung gelangen sollen, die den fundamentalen Wert- und Achtungsanspruch leugnet, der jedem Menschen zukommt, ist schwer nachvollziehbar. Eher ist anzunehmen, dass die Teilnehmer das Spiel ebenso als Gemeinschaftserlebnis empfinden wie andere Mannschaftsspiele auch und dass soziale Kontakte dadurch eher geknüpft und bestärkt werden als dass moralischer Verfall eintritt.“